Eröffnung des neuen Zentrums für Infektionsprävention
Weltweit sterben jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen an Infektionen, da bewährte Therapien nicht mehr wirken. Bis 2025 könnte diese Zahl sogar auf bis zu zehn Millionen ansteigen, wenn Resistenzen weiter ansteigen. Um dem entgegenzuwirken, wurde an der Technischen Universität München (TUM) das neue Zentrum für Infektionsprävention (ZIP) gebaut. Hier soll interdisziplinär daran geforscht werden, Krankheitserreger auch ohne Antibiotika in den Griff zu kriegen und die Verbreitung zu minimieren. Gefördert wurde der Neubau vom Bund und dem Freistaat Bayern mit knapp 60 Millionen Euro.
Bündelung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Kompetenzen
Im ZIP sollen die Fachdisziplinen gebündelt werden, um neue Präventionsstrategien zu entwickeln. Prof. Dietmar Zehn, Direktor des ZIP und Professor für Tierphysiologie und Immunologie an der TUM betont, dass zudem die Überführung in die Praxis im Fokus des ZIP steht. Die Interdisziplinarität spiegelt sich auch im Leitungsteam wider: neben Zehn gehören hierzu Prof. Percy Knolle (Molekulare Immunologie), Prof. Bernhard Küster (Proteomik und Bioanalytik), Prof. Li Deng (Prävention mikrobieller Infektionskrankheiten) und Prof. Benjamin Schusser (Biotechnologie der Reproduktion). Mögliche Forschungsgebiete sehen die Experten unter anderem in Phagen und der personalisierten Medizin. Während Phagen das Potenzial bieten, gezielt Bakterien anzugreifen, könnte im Bereich der personalisierten Medizin daran geforscht werden, schon vor einer Therapie festzustellen, ob eine Person das Risiko für eine Resistenzentwicklung in sich trägt.
Vertreten bei der Eröffnung war auch die Politik durch Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er betonte die Pionierarbeit der TUM und die wichtige Erweiterung der Kompetenzen der Universität: „Auf 2.700 Quadratmetern werden innovative Strategien zur Prävention, Bekämpfung und Eindämmung von Krankheitserregern bei Mensch und Nutztieren entwickelt. Die Forschung daran ist ein wichtiges Zukunftsfeld: Prognosen zufolge könnten bis 2050 mehr Menschen an resistenten Krankheitserregern sterben als an Krebs.“ Der Präsident der TUM, Prof. Thomas F. Hofmann, bestätigt diesen Ansatz in seiner Ansprache: „Mit dem ZIP gehen wir einen weiteren Schritt entlang unserer TUM Convergence4Medicine-Strategie. Unter einem Dach verbinden wir unsere herausragenden Kompetenzen in der Medizin mit den Life Sciences, der Bioinformatik und der Künstlichen Intelligenz. Wir verknüpfen Nutztierwohl mit Humangesundheit und unterstützen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaftsbetriebe sowie der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.“
Quelle: idw
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