Im April wurde (endlich) das viel diskutierte Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) vom Bundesrat verabschiedet. Doch die führenden Fachverbände für Onkologie sehen nun deutliche Risiken für Qualitätsstandards in der onkologischen Versorgung. So seien erweiterte Ausnahmeregelungen und verlängerte Übergangsfristen gefährlich, da sie die Konzentration der Behandlung komplexer Krebserkrankungen in spezialisierten Zentren verhindern würden. Die Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und das Deutsche Krebsforschungszentrum betonen, dass Krebspatientinnen und -patienten sich gezielt für Behandlungen in zertifizierten Krebszentren entscheiden sollten.
Qualitätsstandards gefährdet
Am Beispiel der Brustkrebsversorgung zeigt die Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS), wie wichtig die qualitätsgesicherte, interdisziplinäre Versorgungsstruktur ist für die Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen. Insbesondere beim Mammakarzinom sei die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form von Früherkennung, operativer und strahlentherapeutischer Expertise sowie medikamentöser Therapie und Nachsorge essenziell für den Behandlungserfolg. Diese Elemente können insbesondere in spezialisierten Zentren geboten werden. Seit mehr als 20 Jahren sorgt das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) für hohe Qualitätsstandards und bestmögliche Behandlungsergebnisse.
Eine Aufweichung bestehender Strukturen bringe diese Qualitätsstandards in Gefahr und stärke regionale Versorgungsunterschiede. Die DGS appelliert daher an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, die angestrebte Zentralisierung konsequent umzusetzen und die Versorgung durch die Ausnahmeregelungen nicht zu gefährden.
Quellen: idw
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