Genschere verbessert CAR-T-Zelltherapie
Für die CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen von Patientinnen und Patienten so verändert, dass sie den Tumor gezielt angreifen können. Vor allem bei Blutkrebserkrankungen zeigt die Therapie große Wirkung. Eine abgewandelte Form der Genschere hat diese Therapie nun noch wirksamer und langlebiger gemacht. Forschende des Universitätsklinikums Tübingen und des Exzellensclusters iFIT haben mithilfe des CRISPR-Base-Editing die Immunzellen weiter verändert. Auch bei bisher schwer zu therapierenden soliden Tumoren wie dem Lungenkrebs oder Brustkrebs kann die CAR-T-Zelltherapie nun angewandt werden. Bisher blieb sie dort meist wirkungslos.
Zielgenaue Anpassung
Mithilfe der CRISPR-Base-Editing-Technologie lassen sich einzelne Basen in der DNA austauschen, wodurch Signalwege besonders präzise angepasst werden können. Dadurch kann die CAR-T-Zelltherapie noch genauer abgestimmt und die natürlichen Eigenschaften positiv beeinflusst werden. Im Mausmodell testeten die Forschenden die veränderten Immunzellen sowohl beim initialen als auch beim wiederkehrenden Blutkrebs sowie beim metastasierenden Neuroblastom – einer der häufigsten soliden extrakraniellen Krebserkrankungen bei Kindern. In diesen Fällen zeigten die neu modifizierten Immunzellen eine deutlich stärkere und länger anhaltende Wirkung als bisherige Therapieansätze.
So liefert die Studie neue Erkenntnisse zur Verbesserung der CAR-T-Zelltherapie, vor allem bei schwer behandelbaren Krebsformen. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass gezielte molekulare Eingriffe die Effektivität von Zelltherapien deutlich steigern können“, erläutert Studienleiterin Prof. Dr. Judith Feucht. „Das bringt uns dem Ziel, Rezidive zu vermeiden und die CAR T-Zell-Therapie auch im Kontext solider Krebserkrankungen zu etablieren, entscheidend näher“, fügt Jun. Prof. Dr. Josef Leibold hinzu, der sich die Studienleitung mit Prof. Feucht teilt.
Quelle: Universitätsklinikum Tübingen
Artikel teilen




