Grippefälle bei Berufstätigen auf Höchststand

Alten- und Krankenpflege besonders betroffen
Kli
Nahaufnahme einer Injektion in den Oberarm: Eine Person zieht den Ärmel hoch, während medizinisches Personal mit blauen Handschuhen eine Spritze ansetzt.
© InsideCreativeHouse/stock.adobe.com
Newsletter­anmeldung

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Der MT-Dialog-Newsletter informiert Sie jede Woche kostenfrei über die wichtigsten Branchen-News, aktuelle Themen und die neusten Stellenangebote.

Formularfelder Newsletteranmeldung

* Pflichtfeld

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse verzeichnetet im vergangenen Jahr so viele Krankschreibungen (13 Fälle pro 1.000 Mitglieder) und Fehltage (93 Tage pro 1.000 Mitglieder) aufgrund von Grippeerkrankungen wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit.

Die Grippesaison hat begonnen. Gerade für Berufstätige mit Kontakt zu vielen Menschen steigt nun einmal mehr das Risiko, sich mit Influenza-Viren anzustecken. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse rät deshalb so bald wie möglich zu einer Schutzimpfung. Wie wichtig das ist, zeigen Daten zu Arbeitsausfällen: Demnach verzeichnete die KKH im vergangenen Jahr so viele Krankschreibungen (13 Fälle pro 1.000 Mitglieder) und Fehltage (93 Tage pro 1.000 Mitglieder) aufgrund von Grippeerkrankungen wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit. Dies entspricht jeweils den Spitzenwerten seit Beginn der Erhebung 2019 und einer Steigerung von gut 73 beziehungsweise rund 52 Prozent. Seinerzeit waren es noch sieben Fälle und 61 Fehltage pro 1.000 Mitglieder.

Insgesamt registrierte die KKH im vergangenen Jahr bundesweit rund 8.100 Influenza-Krankschreibungen mit rund 58.100 Fehltagen unter ihren berufstätigen Mitgliedern. Besonders betroffen waren laut Analyse Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der öffentlichen Verwaltung, in der Alten- und Krankenpflege, der Kinderbetreuung, der Lagerwirtschaft und im Verkauf.

„Deshalb raten wir insbesondere Beschäftigten mit vielen persönlichen Begegnungen oder engem Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen zu einer Grippeschutzimpfung“, betont KKH-Ärztin Dr. Nele Tempelhof. Gleiches gilt für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Personen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke – etwa mit Diabetes, Asthma, Herzleiden oder Immunschwäche.

Grippeschutzimpfung kann das Risiko für Herzinfarkte senken

„Was viele nicht wissen: Eine Impfung kann nicht nur vor einer schweren Grippeerkrankung schützen. Sie kann auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken, gerade bei Menschen, die bereits vorbelastet sind. Das ist wissenschaftlich inzwischen gut belegt“, erläutert Dr. Tempelhof. 

Denn: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems seien trotz erheblicher Fortschritte in Diagnostik und Therapie nach wie vor die Todesursache Nummer eins. Deren klassische Prävention ziele vor allem darauf ab, Risikofaktoren zu reduzieren und richtig einzustellen. Sie stützt sich dabei, so Tempelhof, auf folgende drei Säulen: Blutdrucksenkung, Lipidkontrolle und Diabetesmanagement. „Als vierte Säule der Prävention kommt die Grippeschutzimpfung als Herzinfarkt-Vorsorge ins Spiel“, sagt die KKH-Ärztin.

Impfung im Oktober oder November empfohlen

Der Hintergrund: Bei einer Grippeinfektion löst das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus, die nicht nur die Atemwege, sondern auch Herz und Blutgefäße belasten. Dabei können sich Ablagerungen an Gefäßen lösen oder Blutgerinnsel bilden – typische Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Eine Impfung schützt also zweifach: Zum einen kann sie derartige Entzündungsreaktionen abschwächen, zum anderen eine Grippe-Infektion verhindern oder deren Verlauf günstig beeinflussen“, erläutert Dr. Nele Tempelhof.

Die KKH empfiehlt in der Regel eine Impfung im Oktober oder November, da es anschließend bis zu zwei Wochen dauern kann, bis sich ausreichend Antikörper gebildet haben. Doch auch später kann die Impfung noch schützen, denn zu einer richtigen Krankheitswelle kommt es meist erst um den Jahreswechsel herum. Darüber hinaus ist schwer abzuschätzen, wie lange eine Grippewelle dauert oder ob noch eine weitere folgt.

Grippeerreger sind tückisch, da sie sich ständig verändern und so immer wieder neue Virusvarianten entstehen. Deshalb müssen sich Patientinnen und Patienten jedes Jahr mit einem entsprechend angepassten Impfstoff neu schützen. Eine Impfung ist entweder beim Hausarzt, beim Arbeitsmediziner, im Gesundheitsamt oder in Apotheken möglich. Dr. Nele Tempelhof weist darauf hin, sich nicht während eines schweren Infektes und bei Fieber impfen zu lassen und sich bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten in einer Arztpraxis oder Apotheke beraten zu lassen.

Quelle: KKH

Artikel teilen

Online-Angebot der MT im Dialog

Um das Online-Angebot der MT im Dialog uneingeschränkt nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer DVTA-Mitglieds- oder Abonnentennummer registrieren.

Stellen- und Rubrikenmarkt

Möchten Sie eine Anzeige in der MT im Dialog schalten?

Stellenmarkt
Industrieanzeige