Nachdem es schon Studien zur heißen Phase der Pandemie gab, die einen starken Anstieg der Arbeitsausfälle aufgrund von Krankheit, Kinderbetreuung oder anderen familiären oder persönlichen Gründen festgestellt hatten, wollte das US-Forschungsteam nun wissen, wie es nach der akuten Phase der Pandemie aussieht. Die Forscherinnen und Forscher führten eine Kohortenstudie mit rund 158,4 Millionen Beschäftigten in den USA durch. Es wurden die monatlichen Daten von erwerbstätigen Befragten der national repräsentativen Current Population Survey (CPS) aus dem Zeitraum Januar 2010 bis Dezember 2024 verwendet. Diese Daten wurden mit COVID-19-Abwasserüberwachungsdaten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) verknüpft. Die Studie umfasste die USA vor der COVID-19-Pandemie (vor März 2020), während der Pandemie (März 2020 bis April 2023) und nach dem Ausrufen des Endes des öffentlichen Gesundheitsnotstands (Mai 2023 bis Dezember 2024).
Arbeitsausfälle bleiben hoch
Die Auswertungen haben gezeigt, dass die Raten gesundheitsbedingter Arbeitsausfälle auch nach dem Ende der heißen Phase der Pandemie erhöht blieben. Es gab eine Korrelation mit der Zirkulation von SARS-CoV-2 sowie dem darauf folgenden Rückgang der Erwerbsbeteiligung der betroffenen Beschäftigten. Anfang 2020 waren etwa 35 % der Arbeitnehmer (55,3 Millionen) zwischen 15 und 34 Jahre alt, 41 % (65,1 Millionen) zwischen 35 und 54 Jahre und 24 % (38,0 Millionen) 55 Jahre und älter; 48 % (75,2 Millionen) waren weiblich. Es zeigte sich, dass die negativen Folgen der COVID-19-Pandemie anhielten, wenn auch in abgeschwächtem Ausmaß im Vergleich zur akuten Pandemiephase. Gesundheitsbedingte Fehlzeiten haben demnach weiterhin mit der Verbreitung von COVID-19 korreliert und lagen nach der akuten Phase der Pandemie um 12,9 % höher als vor der Pandemie (140.000 Fehlzeiten pro Monat). Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Berufen mit erhöhtem Expositionsrisiko und bestimmte Bevölkerungsgruppen verzeichneten laut Studie auch nach der akuten Phase der Pandemie weiterhin erhöhte Fehlzeiten. Konkret seien die Fehlzeiten um 8,1 % bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Berufen mit geringem Homeoffice-Anteil und um 12,5 % bei Beschäftigten in Berufen mit mehr Körperkontakt im Vergleich zu den Werten vor der Pandemie gestiegen. Auch die Zahl derjenigen, die nach einer gesundheitsbedingten Fehlzeit aus dem Arbeitsmarkt ausschieden, sei hoch geblieben und habe nach der akuten Phase der Pandemie um 13,1 % höher gelegen als vor der Pandemie (13.500 scheiden pro Monat aus).
Eindämmung der Ausbreitung
Das Forschungsteam kommt zu dem Schluss, dass die Ergebnisse darauf hindeuteten, dass COVID-19 möglicherweise eine neue, ganzjährige Basislinie für Arbeitsausfälle geschaffen habe, die den Bedingungen während einer Grippesaison vor der Pandemie ähnele. Entscheidungsträger sollten die Folgen für Arbeitnehmer berücksichtigen, insbesondere den Nutzen von Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Ausbreitung am Arbeitsplatz.
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