Interview mit Dr. med. Edgar Kleinspehn

Einsatz von Robotik im Labor
Das Interview führte M. Reiter.
Interview mit Dr. Kleinspehn.
© DÄV
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Dr. med. Edgar Kleinspehn geht am Rande des Robotic Summit Paderborn auf seine Erfahrungen beim Einsatz von Robotik im Labor ein.
Transkript zum Video

Interview mit Dr. med. Edgar Kleinspehn am Rand des Robotic Summit Paderborn.

Michael Reiter: Herr Dr. Kleinspehn, wer ist LADR und für wen sind Sie aktiv? (.)

Kleinspehn: LADR ist eine der ältesten Laborarztpraxen in Deutschland. Wir sind eine Laborgruppe und führen für verschiedene, sowohl niedergelassene Ärzte als auch Krankenhäuser, Labordiagnostik deutschlandweit durch. Und ja, das gibt es inzwischen seit 80 Jahren. 

Reiter: Mit welchen Zielen haben Sie Robotik eingeführt?

Kleinspehn: In Krankenhauslaboren stehen wir vor der Herausforderung, dass wir aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend Probleme haben, dort die Patientenversorgung mit Laboranalytik 24 Stunden, sieben Tage die Woche sicherzustellen. Und aus dieser Not heraus haben wir angefangen, uns zu überlegen, was für eine Lösung wir finden können und sind da auf die Robotik gestoßen. 

Reiter: Wie sind Sie konkret vorgegangen?

Kleinspehn: Wir haben zunächst geguckt, was gibt es für Systeme am Markt. Und als vor zwei Jahren dieses Projekt gestartet ist, gab es da noch nicht so viel. Deswegen haben wir sehr viel Eigenentwicklung gemacht zusammen mit einer Firma und haben dann erst mal geschaut, welche Geräte sollen wie bedient werden, haben das mit der Firma besprochen, die haben entsprechende Konzepte vorgestellt, die wir dann gemeinsam umgesetzt haben.

Reiter: Wie sind die Abläufe konkret in der Routine?

Kleinspehn: In der Routine sieht es so aus, dass die Proben, die ja auf den Stationen abgenommen werden, die Pflegekräfte an eine Übergabestation abgestellt werden. Der Roboter erkennt selbstständig über ein Kamerasystem, dass dort Proben sind und fängt dort an, die Proben zu prozessieren. Er nimmt sie, stellt sie auf die unterschiedlichen Laborgeräte, sodass dann die Laboranalytik durchgeführt werden kann und die MTL überwacht das Ganze, um zu schauen, dass auch alles richtig läuft.

Reiter: Und wie funktioniert tatsächlich der Betrieb im Alltag? Klappt das?

Kleinspehn: Das klappt sehr gut. Sowohl das Krankenhaus hat den Roboter sozusagen als Kollegen akzeptiert und auch unsere MTL empfinden den als große Unterstützung, weil er sie von, ich nenne es mal, unnötigen Aufgaben entlasten kann und sie sich auf andere Aufgaben konzentrieren können in ihrem Alltag. 

Reiter: Welche Fallstricke haben sich denn ergeben?

Kleinspehn: Naja, wie das immer so bei innovativen Projekten ist, mussten wir auch lernen. Der Laborroboter hat sich zum Beispiel ab und zu mal so den Kopf gestoßen oder er hat bestimmte Proben an falschen Positionen abgestellt. Aber mit Übung und Teaching, wie man das so Neudeutsch lernt, haben wir das alles gut in den Begriff bekommen.

Reiter: Haben Sie eine Empfehlung an die Branchenkollegen?

Kleinspehn: Ja, also ich kann nur sagen, wir im Labor haben sehr viel gelernt und an andere MTL, die sich vielleicht auch in Ausbildung etc. befinden, kann ich nur sagen, ja, beschäftigt euch damit, es ist die Zukunft und ihr werdet nichts falsch machen, wenn ihr euch damit auseinandersetzt.

Transkribiert mit noScribe Vers. 0.6


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