Kampagne zum Welttag der Suizidprävention vorgestellt

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© Nationales Suizidpräventionsprogramm
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Unter dem Leitmotto „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ stehen anlässlich des Welttages am 10. September Materialien für Plakate, Social Media, Radio, Podcasts und Printmedien bundesweit zur Verfügung.

Bei einem Pressegespräch des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) wurde heute die bundesweite Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ zum Welttag der Suizidprävention vorgestellt. Wie wichtig sie ist, zeigen die nackten Zahlen. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid und damit deutlich mehr als im Straßenverkehr. Doch das Thema ist nach wie vor tabuisiert. Mit der crossmedialen Kampagne soll sich dies ändern. 23 Studentinnen im Studiengang Medienpsychologie an der Uni Würzburg haben die Kampagne innerhalb von 3,5 Monaten ausgearbeitet. Sie soll Menschen in suizidalen Krisen, Angehörige sowie die breite Öffentlichkeit erreichen. Drei Ziele stehen im Vordergrund. Erstens soll die breite Öffentlichkeit für das Thema Suizidprävention sensibilisiert werden, indem Informationen über Suizidalität verbreitet werden und die Thematik so enttabuisiert wird. Zweitens soll die Kampagne zum Handeln aufrufen, zum Beispiel dadurch, dass suizidpräventive Organisationen unterstützt, Gespräche mit Bekannten oder sonstige Unterstützung gesucht werden. Hier setzt auch das dritte Ziel an: Hilfsangebote sichtbarer zu machen.

Politik ist in der Pflicht

Georg Fiedler von der Deutschen Akademie für Suizidprävention, NaSPro betonte auf der Pressekonferenz, dass im vergangenen Jahr bundesweit mehr als 50 Veranstaltungen rund um den Welttag stattgefunden hatten. Er sieht aber noch erhebliches Potenzial. Die Kampagnenmaterialien werden in mehreren regionalen Netzwerken ausgespielt, weitergegeben und mit bestehenden Aktivitäten rund um den Welttag verbunden. Auch Einrichtungen, die nicht Teil der Arbeitsgruppe Medien des Nationalen Suizidpräventionsprogramms sind, können sich beteiligen und die öffentlich bereitgestellten Materialien nutzen.
Die Beteiligten der Kampagne sehen auch die Politik in der Pflicht. Zivilgesellschaftliches Engagement in der Suizidprävention wirke – häufig aber mit begrenzten Ressourcen und hohem persönlichen und ehrenamtlichen Einsatz. Damit diese Aktivitäten dauerhaft möglich seien, brauche es verlässliche öffentliche Unterstützung. Heidi Graf von der Arche in München hofft, dass Politiker im Herbst, wenn das Suizidpräventionsgesetz wieder auf der Agenda stehe, genauer hinschauen. Viele Regionen in Deutschland seien nicht gut aufgestellt. Hilfeeinrichtungen müssten so organisiert sein, dass Menschen schnell und einfach Hilfe bekommen können. Fiedler hat zudem den Wunsch, dass eine zentrale Rufnummer zur Suizidprävention z.B. wie in den USA ausreichend finanziert werde. 

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier.

Hinweis der Red.: Einen Podcast zur Suizidprävention im Gesundheitswesen - Was medizinische Fachkräfte brauchen, um suizidale Menschen sicher zu begleiten, finden Sie hier.

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