Kinder und Jugendliche im Krankenhaus: oft psychischer Hintergrund

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Psychisch bedingte Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen sind im Gegensatz zum Vorjahr um 3,4 % gestiegen und zählen zu den häufigsten Ursachen für stationäre Behandlungen.  

Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamtes waren rund 116.300 junge Krankenhauspatientinnen und -patienten zwischen 10 und 19  im Jahr 2024 aufgrund psychischer Erkrankungen in stationärer Betreuung, was knapp einem Fünftel der Krankenhausaufenthalte in ihrer Altersklasse entspricht. Wenn man dies mit allen Krankenausaufenthalten aus jeglichen Altersgruppen vergleicht, ist bei jungen Menschen ein erhöhter Prozentsatz zu erkennen.

Psychisch bedingte stationäre Aufenthalte von Kindern steigen  

Nach Rückgängen in den Jahren 2018 bis 2020 und 2023 ist die Anzahl der aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Krankenhaus behandelten Kinder wieder gestiegen. Vom Jahr 2023 bis zum Jahr 2024 ist ein Anstieg von 3,4 % zu beobachten. Allgemein betrachtet hat die Zahl an Behandlungen aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten 20 Jahren in allen Altersklassen zugenommen. Bei Kindern ist dies allerdings am stärksten zu beobachten: Der Anstieg der psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen in stationärer Behandlung in den Jahren von 2004 bis 2024 ist mit 36,5 % deutlich zu erkennen. Im Gegensatz dazu lag die Steigerung bei über 80-Jährigen bei etwa 18,8 % und bei den 60- bis 79-Jährigen bei rund 15,7 %. Die geringste Steigerung konnte mit etwas mehr als 2 % bei 20- bis 39-Jährigen vernommen werden. Der einzige Rückgang solcher Fälle konnte bei 40- bis 59-Jährigen vermerkt werden. 

Einen Peak erreichten die psychisch bedingten Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen mit etwa 125.500 Fällen im Jahr 2017. Drei Jahre vorher konnte ein Höchststand aller Altersgruppen von 1,2 Millionen beobachtet werden. 

Die häufigste Diagnose: Depressionen

Depressionen sind die häufigste Ursache für psychisch bedingte stationäre Aufenthalte bei jungen Patientinnen und Patienten. Sogenannte depressive Episoden oder wiederkehrende depressive Störungen waren 2024 mit etwa 33.900 Kindern und Jugendlichen, die am meisten behandelten, psychischen Erkrankungen. Ein Zehntel hatte mit schwerer Belastung und Anpassungsstörungen zu kämpfen und fast genauso viele mit Abhängigkeits- und Entzugssyndromen. Essstörungen machten etwa 7,6 % aus. Ein Viertel aller stationär behandelten psychischen Erkrankungen der gesamten Altersklassen sind Depressionen. Auf dem zweiten Platz ist Alkoholmissbrauch und die dritthäufigste Diagnose ist Schizophrenie. Die einzige Ausnahme bildet die Altersklasse über 80. Bei ihnen ist mit 36,8 % die häufigste Diagnose Delir – akuter Verwirrtheitszustand. Depressionen sind allerdings die zweithäufigste psychische Erkrankung, gefolgt von Demenz.

Quelle: destatis

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