Mechanische Thrombektomie weiter auf hohem Niveau

Schlaganfallversorgung in Deutschland
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Dieses Bild zeigt eine medizinische Fachkraft, die ein Tablet hält, auf dem das Wort „Thrombectomy“ angezeigt wird.
© MQ-Illustrations/stock.adobe.com
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Anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai weist die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. (DGNR) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und Minimalinvasive Therapie (DeGIR) auf die anhaltend hohe Bedeutung der mechanischen Thrombektomie in der Versorgung hin.

In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Aktuelle Auswertungen des DeGIR -/DGNR-Interventionsregisters zeigen, dass sich die Zahl der minimalinvasiven Eingriffe weiterhin auf hohem Niveau bewegt. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 19.181 mechanische Thrombektomien dokumentiert (2024: 18.891).

An der Datenerhebung beteiligten sich 338 Kliniken, insgesamt wurden 28.018 neurovaskuläre Rekanalisationen im Register erfasst. Diese Zahlen verdeutlichen die zentrale Rolle der interventionellen Neuroradiologie in der modernen Schlaganfallversorgung.

Gezielte Therapie für ausgewählte Patientengruppen

Nicht jeder Schlaganfall ist für eine mechanische Thrombektomie geeignet. Schätzungen zufolge kommt das Verfahren bei etwa acht bis zehn Prozent der Patientinnen und Patienten infrage – insbesondere bei Verschlüssen großer hirnversorgender Gefäße. Die mechanische Thrombektomie ist ein minimalinvasives Katheterverfahren: Über die Leistenarterie wird ein dünner Katheter bis in die hirnversorgenden Gefäße vorgeschoben. Dort wird das Blutgerinnsel mit speziellen Instrumenten entfernt, um den Blutfluss wiederherzustellen.

„Die mechanische Thrombektomie ist heute ein fester Bestandteil der Schlaganfalltherapie“, sagt Prof. Dr. Peter Schramm, Präsident der DGNR und Neuroradiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.

Zeitfaktor entscheidend für den Behandlungserfolg

Bei einem ischämischen Schlaganfall wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Gerinnsel blockiert. Die Wiederherstellung des Blutflusses ist entscheidend, um Folgeschäden zu begrenzen. Neben der mechanischen Thrombektomie stehen auch medikamentöse Verfahren wie die Lysetherapie zur Verfügung, die je nach Befund und Zeitfenster eingesetzt werden.

„Für den Behandlungserfolg ist entscheidend, dass Patientinnen und Patienten schnell in geeignete Zentren gelangen“, so Prof. Schramm. „Nur wenn Diagnose und Therapie ohne Verzögerung erfolgen, lassen sich die Chancen auf ein gutes Outcome verbessern.“

Interdisziplinäre Versorgung und qualifizierte Ausbildung

Die Behandlung von Schlaganfällen erfolgt in enger Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen. Radiologinnen und Radiologen sowie Neuroradiologinnen und Neuroradiologen übernehmen dabei zentrale Aufgaben in der schnellen Bildgebung, Therapieentscheidung und Durchführung minimalinvasiver Eingriffe.

Um eine hohe Behandlungsqualität sicherzustellen, haben die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie, die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimalinvasive Therapie sowie die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) gemeinsam ein strukturiertes Ausbildungskonzept entwickelt.

Seit 2014 wird auf dieser Grundlage ein Zertifizierungsprogramm für interventionelle Radiologinnen und Radiologen sowie Neuroradiologinnen und Neuroradiologen angeboten. Es definiert verbindliche Qualitätsstandards und ist eng mit der Stroke-Unit-Struktur der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) verzahnt.

Registerdaten als Grundlage für Qualität und Weiterentwicklung 

Das DeGIR -/DGNR-Interventionsregister liefert eine wichtige Datengrundlage für die Bewertung und Weiterentwicklung der Versorgung. Die standardisierte Erfassung der Eingriffe ermöglicht es, Entwicklungen sichtbar zu machen und die Qualität der Behandlung kontinuierlich zu überprüfen. 

Ergänzend bietet die DeGIR -/DGNR-Zentrenkarte eine bundesweite Übersicht über spezialisierte Behandlungszentren und macht die Versorgungsstrukturen transparent: https://degir.de/degir-dgnr-zentren/

Quelle: DGNR/DEGIR/DRG

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