Die gemeinnützige Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention und der Außenwerber Wall starten eine Plakatkampagne in deutschen Großstädten, um auf die Erkrankung Depression im Jugendalter aufmerksam zu machen und auf kostenfreie Aufklärungsangebote für Jugendliche und Lehrkräfte hinzuweisen. Dabei entstanden die Motive gemeinsam mit dem Jugendbeirat der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
Die Jugendlichen, die sich ehrenamtlich für mehr Aufklärung über Depression stark machen, standen für die Motive selbst vor der Kamera und teilen begleitend zur Kampagne ihre Erfahrungen mit der Erkrankung auf Social Media.
Motive zeigen: Depression hat viele Gesichter
Die Kampagnenmotive zeigen im Vordergrund junge Menschen, die traurig aussehen und damit dem Klischee eines depressiv erkrankten Menschen entsprechen. Sie sind es aber nicht, die an einer Depression leiden, sondern jeweils eine andere Jugendliche auf dem Foto, der es vermeintlich gut zu gehen scheint. Die Motive verdeutlichen damit, dass Depression viele Gesichter hat und auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen ist.
Amy, die auf den neuen Motiven zu sehen ist, beschreibt ihre Erfahrungen mit Depression so: „Die Krankheit redet einem ein, man sei allein und könne das nicht schaffen. Doch man darf nicht aufgeben und sollte sich vor Augen führen: Du bist nicht allein. Die Krankheit bestimmt nicht, wer du bist.“
Die Kampagnenidee stammt von der Agentur Grabarz & Partner in Hamburg und ist mit den vorhergehenden Motiven der Kampagne „Auf den zweiten Blick“ mehrfach national und auch international ausgezeichnet worden. Bereits in den vergangenen zwei Jahren war die Kampagne mit zwei Motiven („Steffen“ und „Sarah“) durch die Unterstützung von Wall in allen 20 Partnerstädten bundesweit zu sehen gewesen.
Zwei bis drei Jugendliche pro Schulklasse an Depression erkrankt
Innerhalb eines Jahres sind acht bis 15 Prozent aller Jugendlichen von einer Depression betroffen. Das sind etwa zwei bis drei Schülerinnen und Schüler pro Klasse. Die Erkrankung beeinträchtigt den Alltag und das Leben der Betroffenen massiv und geht mit einem langen Leidensdruck einher: Meist haben depressiv erkrankte Jugendliche eine gedrückte Stimmung oder den Eindruck, die eigenen Gefühle nicht mehr wahrnehmen zu können. Dazu kommt, dass krankheitsbedingt Freizeitaktivitäten und Zeit mit Familie, Freundinnen oder Freunden keine Freude mehr machen.
Betroffene Jugendliche schlafen schlechter, können sich nur schwer konzentrieren, reagieren gereizter und verlieren die Hoffnung. Auch die Gedanken, sich etwas anzutun, können entstehen. Depression ist eine der Hauptursachen für Suizide. Jährlich sterben in Deutschland 216 Jugendliche unter 20 Jahren durch Suizid (Todesursachenstatistik 2024, Statistisches Bundesamt).
Zu sehen sind die Motive dank der Unterstützung von Wall auf digitalen Flächen in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Bremen und Dresden sowie zusätzlich als analoge Plakate auch auf Freiflächen in Freiburg, Lübeck, Ludwigshafen, Potsdam, Reutlingen, Rostock, Saarbrücken, Stuttgart, Baden-Baden und Rastatt.
Quelle: idw
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