RSV: Neue Wirkstoffe?

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Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme von Zellen mit blau gefärbten Zellkernen, grünem Zellinhalt und pinken Strukturen.
RSV induziert über sein F-Protein die Zellfusion (Synzytienbildung); Fusionshemmer sind vielversprechende antivirale Wirkstoffe. Bild: Mit RSV-GFP infizierte Zellen (grün) und Oberflächen-F-Protein (magenta) © TWINCORE/S.Haid & A.Carpentier
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Zur Behandlung einer RSV-Infektion stehen bisher nur unterstützende Maßnahmen, wie die Gabe von Sauerstoff, zur Verfügung. Ein interdisziplinäres Konsortium erhält nun eine Förderung von fast einer Million Euro, um in den nächsten zwei Jahren neue Wirkstoffe zu entwickeln.

In Deutschland hat die STIKO seit 2024 die Empfehlung ausgesprochen, Personen mit bestimmten Vorerkrankungen ab 60 Jahren und Personen ab 75 Jahren sowie Säuglinge vor der ersten Krankheitswelle (in der Regel vor Oktober) zu impfen. Dennoch liegen die Zahlen der WHO zu den Krankenhausbehandlungen von Kindern unter fünf Jahren wegen RSV  bei weltweit mehr als drei Millionen. Etwa 100.000 von ihnen sterben, da außer unterstützenden Maßnahmen, wie die Gabe von Sauerstoff, keine Wirkstoffe zur Behandlung zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Projekts OPERA (optimising pan-entry RSV antivirals) soll ein Konsortium unter Beteiligung der Universität zu Lübeck, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig neue Wirkstoffe entwickeln. Das Konsortium erhält hierfür eine Förderung in Höhe von 999.000 Euro der VolkswagenStiftung.

Hemmstoffe für Fusionsprotein

Für die Entwicklung neuer Wirkstoffe konzentriert sich das Team auf Fusionshemmer, genauer das F-Protein (Fusionsprotein). Grundlage dafür ist, dass RSV mit der Membran fusionieren muss, um in die menschlichen Zellen zu gelangen. In vorherigen Forschungen konnten bereits Hemmstoffe entwickelt werden, die diese Fusion effektiv hemmen können. Diese Stoffe wirken jedoch nicht gegen die alternative Fusion im Zellinneren. Diese läuft wahrscheinlich mit einem niedrigerenph-Wert ab, indem die Fusionshemmer nicht aktiv sind. Daran soll das Konsortium nun arbeiten.

Außerdem soll eine inhalative Anwendung entwickelt werden, damit der Wirkstoff gezielt in die Lunge gelangen kann. Die Testung der entwickelten Wirkstoffe soll zunächst an menschlichen Primärzellen getestet werden. Daraufhin erfolgt die Untersuchung und Verbesserung der Aufnahme, Verteilung, des Abbaus, und der Verträglichkeit der Substanzen der Pharmakokinetik und -dynamik, danach die Wirksamkeit im Tiermodell. Ist dieser Meilenstein erreicht, kann der Übergang in die industrielle Entwicklung erfolgen. Hier würde der industrielle Partner ENYO Pharma SA (Frankreich) übernehmen.

Quelle: idw 

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