Strahlentherapie gegen Herzrhythmusstörungen
STAR steht für stereotaktische Arrhythmie-Radioablation – eine Behandlung, die in einer großen prospektiven Registerstudie untersucht wird. Fokus liegt auf dem Effekt, den die Strahlentherapie bei schwerkranken Patientinnen und Patienten mit einer lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung hat. Geleitet wird die STOPSTORM-Studie von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Die ventrikulären Tachykardien, die bei dieser Erkrankung auftreten, können zum plötzlichen Herztod führen und mit wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten und einer eingeschränkten Lebensqualität einhergehen.
Verringerung gefährlicher Ereignisse
In der Studie eingeschlossen waren 193 Patientinnen und Patienten, die bereits leitliniengerecht behandelt worden waren und für die eine weitere medikamentöse Behandlung oder eine Katheterablation nicht mehr in Frage kommen. Bei 107 Personen zeigte sich bei einer Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten eine Verringerung der gefährlichen Ereignisse wie Herzrasen im Schnitt um 80 Prozent im Vergleich zu den sechs Monaten vor der Strahlentherapie. 72 Prozent der überlebenden Patientinnen und Patienten blieb frei von Schocks durch den implantierten Defibrillator. Ein wichtiges Ergebnis für die sonst austherapierten Patientinnen und Patienten.
Neben dem generellen Outcome untersuchte die Studie auch das Sicherheitsprofil der Behandlung. Es wurden bei allen Teilnehmenden nur zwölf schwerwiegende Nebenwirkungen als möglicherweise oder wahrscheinlich behandlungsbedingt eingestuft. Todesfälle aufgrund der Behandlung konnten die Forschenden nicht beobachten. Zudem ist STAR eine nicht-invasive Behandlungsoption für eine Patientengruppe mit einer sehr hohen Sterblichkeit. Das krankheitsauslösende Areal wird einmalig hochpräzise bestrahlt. „STOPSTORM gibt auch der Zusammenarbeit bislang eher getrennter Fachgebiete neue Impulse“, erklärt PD Dr. Oliver Blanck, Koordinator des STOPSTORM-Konsortiums. „Kardiologie, Rhythmologie und Strahlentherapie entwickeln hier gemeinsam eine neue Option für Menschen mit sonst kaum beherrschbaren Herzrhythmusstörungen.“
Studie läuft weiter
Die Studie läuft weiter, unter anderem um weiter zu verstehen, welche Patientengruppe besonders von der neuartigen Behandlung profitiert und wie dauerhaft dieser positive Effekt ist. Auch die Behandlungsabläufe sollen weiter vereinheitlicht werden – europaweit. Daher laufen Rekrutierung und Nachbeobachtung weiter.
Quelle: UKSH
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