Studie zeigt: Angehörige kennen Patientenwillen oft nicht genau
Eine Studie mit 105 stationären Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf offenbarte: Die unzureichenden Informationen über den Willen von Patientinnen und Patienten stellen ein zentrales Problem in der Versorgung dar. Studienleiter Prof. Dr. Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin des UKE, ist der Meinung, dass es wichtig sei, dass Angehörige den tatsächlichen Patientenwillen kennen, da viele Notfall- und Intensivpatienten aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung nicht selbst kommunizieren können, welche Wünsche sie für die Behandlung haben. Er empfiehlt frühzeitige Gespräche zwischen Angehörigen und Patientinnen oder Patienten und eine vorsorgliche Information und Begleitung z.B. durch einen Hausarzt.
Nur die Hälfte hat mit Erkrankten über Wünsche gesprochen
Genauer gesagt 56,2 % gaben übereinstimmend an, die Wünsche der Erkrankten besprochen zu haben. Nur 37,1 % der Angehörigen sind der Meinung, dass sie den Patientenwillen korrekt wiedergeben können. Bei immerhin acht therapeutischen möglichen Maßnahmen wie medikamentöser Kreislaufunterstützung oder Organtransplantation stimmten allerdings der vermutete und der tatsächliche Wille bei 82,1 % überein. Bei dem Einsatz eines Kunstherzes waren es nur etwas mehr als die Hälfte der vermuteten und tatsächlichen Wünsche, die übereinstimmten. Der vermutete Patientenwunsch hinsichtlich der Mindestlebensqualität deckte sich durchschnittlich mit rund 86, 4 % des tatsächlichen Wunsches.
Gründe für Abweichungen zwischen den Wünschen der erkrankten Personen und denen der Angehörigen, könnten laut UKE-Forschenden sein, dass zu unklar über diese Themen gesprochen wurde oder manche Patientinnen und Patienten ihre Wünsche nicht deutlich ausdrücken konnten.
An der Studie waren die Klinik für Intensivmedizin, das Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, das Institut und die Poliklinik für Allgemeinmedizin, die III. Medizinische Klinik und Poliklinik, die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie und die Klinik für Kardiologie des UKE beteiligt.
Quelle: UKE
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