Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat gemeinsam mit Kollegen der Universität Basel die Ergebnisse veröffentlicht. „Der von unserem Team entdeckte Signalweg scheint eine zentrale Rolle bei der Regulation überschießender Entzündungsreaktionen zu spielen. Besonders spannend ist aus unserer Sicht, dass die Bedeutung dieses FGL-1/LAG-3-Regelkreises weit über COVID-19 hinausreichen dürfte“, sagt Erstautorin Dr. Sophia Cichutek aus der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.
Neue Zusammenhänge aufgedeckt
Die neue Studie zeigt anhand von Proben verschiedener an COVID-19 erkrankten Menschen: Ein erhöhter FGL-1-Spiegel hängt mit einer stärkeren Entzündungsreaktion und einem schwereren Krankheitsverlauf zusammen. Dies stellt wahrscheinlich eine Form der immunologischen Gegenregulation bei Überaktivierung dar. So liefern die Ergebnisse nicht nur neue Einblicke in die Pathophysiologie schwerer Virusinfektionen, sondern eröffnen zudem neue Perspektiven für immunmodulatorische Therapien. Derartige Therapien lassen sich nicht nur bei COVID-19, sondern auch bei anderen Erkrankungen mit überschießenden Entzündungsreaktionen einsetzen.
„Da FGL-1 in der Leber gebildet wird und an der Steuerung von Immunantworten beteiligt ist, eröffnen sich durch unsere Studie auch neue Perspektiven für das Verständnis und die Behandlung von Leberentzündungen sowie weiterer Erkrankungen mit fehlregulierter Immunaktivierung“, sagt Prof. Dr. Julian Schulze zur Wiesch aus der I. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE.
Quelle: idw/UKE
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