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Anlegen medizinischer Schutzhandschuhe

Ist eine vorherige Händedesinfektion sinnvoll?
Hardy-Thorsten Panknin, Matthias Trautmann
Foto vom Anziehen medizinischer Schutzhandschuhe
© The F./stock.adobe.com
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Das Anlegen medizinischer Einmalhandschuhe ist neben einer korrekt durchgeführten Händedesinfektion die wichtigste Hygienemaßnahme in medizinischen Einrichtungen. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen das Anziehen von nicht sterilen Einmalhandschuhen, wenn Kontakte mit Sekreten und Exkreten, mit Ausscheidungen oder potenziell kontaminierten Flächen und Flüssigkeiten zu erwarten sind [1–3]. Vor dem Anlegen und nach dem Ablegen der Handschuhe schreibt die World Health Organization (WHO) eine Händehygiene vor. Die Formulierung lautet wie folgt: Hand hygiene before and after gloves: Perform hand hygiene before putting on gloves and immediately after taking them off [1].

Die Frage, warum dies vor der Handschuhanlage erforderlich ist, wird allerdings immer wieder kontrovers diskutiert. Führt man eine Händedesinfektion durch, müssen die Hände sehr lange gerieben und gewedelt werden, ehe der Alkohol so komplett evaporiert ist, dass die Handschuhe problemlos über die Hände gleiten. Führt man eine Händewaschung durch, ist ebenfalls eine lange Trocknungsphase erforderlich. Die Vorbereitung zum Handschuhanlegen dauert dann insgesamt noch länger.

Eine Studie aus der Abteilung für Epidemiologie und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums in Baltimore, Maryland, USA, untersuchte die Frage der Sinnhaftigkeit einer Händehygiene vor der Handschuhanlage kürzlich in einer prospektiven, cluster-randomisierten Studie [4].

Methodik der Studie

Die Studie wurde im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 30. November 2017 (23 Monate) auf Normal- und Intensivstationen von 4 Krankenhäusern durchgeführt. Es handelte sich um das Universitäts­klinikum Baltimore, ein separates Schock- und Traumazentrum in ­Baltimore, Maryland, USA, sowie um 2 Kliniken in Iowa City, Iowa, USA. Teilnehmer der Studie waren Angehörige des medizinischen Personals der 4 Kliniken. Das Studiendesign sah eine Vorperiode mit Beobachtung des Basisverhaltens sowie eine Interventionsperiode mit randomisierter Einteilung von Stationen vor (Clusterrandomisierung).

Vorperiode: Vor der Auswahl und Randomisierung der Stationen wurde die Basisbeobachtung über 6 Monate auf 33 Stationen durchgeführt. Dabei stellten sich die Studienfachkräfte vor einem Isolierzimmer auf. Im Hygieneplan war vorgesehen, dass beim Eintreten in ein Isolierzimmer außer dem Anlegen von Schutzkitteln auch Handschuhe angelegt werden sollten. Vor der Handschuhanlage sollte eine „Händehygiene“ erfolgen. Dabei dürfte es sich normalerweise um eine hygienische Händedesinfektion gehandelt haben, da die WHO nur bei sichtbar verschmutzten Händen eine Händewaschung empfiehlt [1]. Nachfolgend wird daher zur Präzisierung des Vorgehens der Begriff „Händedesinfektion“ verwendet. Für die Beobachtung wurde ein standardisierter Erfassungsbogen verwendet.

 

Entnommen aus MT im Dialog 03/2026

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