Oft kommt es zu einer plötzlichen Verschlechterung einer COPD-Erkrankung, wenn die Betroffenen an einer Grippe erkranken. Forschende haben untersucht, woran das liegt und identifizierten den Botenstoff CXCL11 als Auslöser. Für ihre Analyse nutzte das Team der Philipps-Universität Marbug humanbasierte Modellsysteme aus Epithelzellen der Atemwege, um realitätsnah strukturelle und funktionelle Eigenschaften nachzubilden.
Überproduktion von Botenstoff CXCL11
Hiermit konnten zelltypspezifische Veränderungen und molekulare Signalwege festgestellt werden, die CXCL11 als Auslöser identifizieren. Durch eine Grippeinfektion kann es bei COPD-Erkrankten zu einer vermehrten Produktion von CXCL11 kommen, wodurch zu viel zäher Schleim produziert und die natürliche Abwehr gegen Viren geschwächt wird. Dank dieser Erkenntnisse können zukünftig solche Verschlechterungen bei COPD verhindert oder therapeutisch besser behandelt werden.
Langfristig können Strategien entwickelt werden, die gezielt auf den Botenstoff abzielen. Die Schleimüberproduktion kann dann reduziert und die Abwehr gegen den Virus gestärkt werden. Dank der engen Verzahnung von Klinik und Forschung könnten in Marburg Fragestellungen aus der Behandlung von Patientinnen und Patienten besonders gut analysiert und wieder in die Klinik übertragen werden, erläuterte Prof. Dr. Mareike Lehmann, Forscherin in Marburg.
Quelle: idw
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