Bauchspeicheldrüse: Darmmikrobiom sagt Komplikationen vorher

Entzündung der Bauchspeicheldrüse
mg
Mehrere Personen in weißen Kitteln stehen vor einem Schreibtisch, während eine sitzende Person etwas erklärt.
© umg/mirko plha
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Das Darmmikrobiom ist in vielen Bereichen ein wichtiger Indikator. Auch nach der Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann das Darmmikrobiom vorhersagen, ob Langzeitkomplikationen auftreten werden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitätsmedizin Göttingen.

Das Darmmikrobiom beeinflusst unterschiedliche Prozesse und Funktionen in unserem Körper. Dazu gehören auch Entzündungs- und Immunregulationsprozesse, zum Beispiel auch bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Bei der Pankreatitis handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die häufig durch Gallensteine oder einen erhöhten Alkoholkonsum ausgelöst wird. Nach einer solchen Entzündung leiden Patientinnen und Patienten in den Folgejahren häufig an Komplikationen wie einer chronischen Pankreatitis, einer wiederkehrenden akuten Pankreatitis oder auch Diabetes mellitus. Auch Bauchspeicheldrüsenkrebs kann zu den Langzeitfolgen gehören.

Spezifische Bakterienzusammensetzungen

In einer europaweiten Studie haben Forschende der Universitätsmedizin Göttingen mit 15 Pankreaszentren die Rolle des Mikrobioms bei diesen Komplikationen untersucht. Dafür analysierten sie die Mikrobiomdaten von 277 Patientinnen und Patienten mit akuter Pankreatitis. Um Zusammenhänge zu ermitteln, ermittelten sie die bakterielle Zusammensetzung des Darmmikrobioms nach Krankenhausaufnahme sowie die aufgetretenen Komplikationen innerhalb von drei Jahren. Auch Störfaktoren wie das Alter, Geschlecht, Nikotinkonsum oder die Antibiotikaeinnahme wurden in die Studie einbezogen, da diese das Mikrobiom beeinflussen können.

Es zeigt sich, dass frühe Veränderungen im Darmmikrobiom mit späteren Komplikationen in Verbindung stehen. „Unsere Ergebnisse zeigen eine hochsignifikante Veränderung des Darmmikrobioms bei Patient*innen, die später eine wiederkehrende akute Pankreatitis oder einen Diabetes mellitus entwickelten oder sogar verstarben. Somit kann die mikrobielle Zusammensetzung des Darms den Verlauf von Langzeitkomplikationen frühzeitig anzeigen“, erläutert Dr. Christoph Ammer-Herrmenau, Erstautor der Studie. Entwickelten die Patientinnen und Patienten einen Diabetes mellitus, traten elf Bakterienspezies bei Krankenhausaufnahme vermehrt im Darm auf. Auch bei anderen Komplikationen konnten die Forschenden spezifische bakterielle Zusammensetzungen beobachten. In einer Folgestudie sollen die Erkenntnisse vertieft werden.

Literatur:
Ammer-Herrmenau C, Meier R, Antweiler KL, Neesse A. et al.: Gut microbiota predict development of post-discharge diabetes mellitus in acute pancreatitis. Gut (2025); DOI: 10.1136/gutjnl-2025-336715.

Quelle: idw

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