Bessere Überwachung für Epilepsie-Erkrankte?

Projekt „PearNet“
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Mann mit Epilepsie liegt bewusstlos am Boden.
© Rainer Fuhrmann/stock.adobe.com
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Künftig sollen spezielle Wearables Epilepsie-Patientinnen und -Patienten vor Anfällen warnen und diese gleichzeitig beobachten und aufzeichnen.

Das Projekt „PearNet“ entwickelt spezielle Wearables – das heißt am Körper getragene elektronische Geräte –, die Epilepsie-Patientinnen und -Patienten künftig vor Anfällen warnen und diese gleichzeitig beobachten und aufzeichnen sollen. Das Projekt von Forschenden des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn erhält jetzt eine Förderung von rund 2,7 Millionen Euro für drei Jahre über das Programm GO-Bio next des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Damit soll dessen Ausgründung weiter vorbereitet werden, um so das Wearable-Set als Produkt auf den biotechnologischen Markt bringen zu können. „Epilepsie betrifft etwa 50 Millionen Menschen weltweit. Momentan klafft bei der Behandlung eine große Versorgungslücke, denn die Patientinnen und Patienten sind mit bis zu 20 Prozent Fehldiagnosen und 70 Prozent nicht dokumentierten Anfällen konfrontiert“, führt Dr. Marcel Bausch von der Uni Bonn aus. „Genau hier können wir mit unserem innovativen Sensornetzwerk ansetzen, das uns präzise Informationen für eine schnellere Epilepsie-Diagnose sowie für ein zuverlässiges Anfallsmonitoring gibt.“

Epilepsie besser verstehen und behandeln

Epilepsie besser verstehen und behandeln möchte das Projekt „PearNet“ um Prof. Dr. Rainer Surges, Leiter der Klinik für Epileptologie am UKB, Dr. Marcel Bausch und Dr. Arthur Jordan, beide Leiter der Arbeitsgruppe „Angewandte Neurowissenschaften und Neurotechnologien“. Rainer Surges und Marcel Bausch sind zudem Mitglieder im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life and Health“ der Universität Bonn. Für „PearNet“ entwickeln sie ein neuartiges Körpersensornetzwerk, um die Vorhersagen und Analysen von epileptischen Anfällen zu verbessern. Menschen mit Epilepsie würden dieses Wearable-Set dann im Alltag tragen, während die Sensoren die Epilepsiesymptome kontinuierlich überwachen könnten. Sie würden relevante Biosignale erfassen, die mittels künstlicher Intelligenz analysiert werden und selbst individuelle Krankheitsmuster berücksichtigen könnten.

Messung auch im Alltag

Die herkömmliche Behandlung biete zwar ebenfalls eine gute Überwachung der Symptome, allerdings seien die verschiedenen Systeme häufig sehr teuer, zu unpräzise oder nicht alltagstauglich. Dr. Arthur Jordan betont: „Da die Sensoren sehr klein sind und unauffällig am Körper getragen werden können, misst unser System die Werte über einen längeren Zeitraum und in alltäglichen Situationen, während die Patientinnen und Patienten ganz normal ihren Routinen nachgehen können.“ So sei ein Mini-Sensor etwa ein Ohr-EEG, das die Gehirnaktivität über kleine Elektroden im Gehörgang messen könne. Ergänzt durch weitere Mini-Sensoren soll das neue Wearable-Set langfristig epileptische Anfälle früher erkennen, bei Bedarf umfassender überwachen und besser kontrollieren.

Die Entwicklung verlief bisher so erfolgreich, dass „PearNet“ die Machbarkeitsphase verkürzen konnte und vorzeitig in die weiterführende Förderung von GO-Bio next aufgenommen wurde. Damit bereitet das Team nun intensiv ein marktreifes Produkt vor. Auf ihrem Weg aus der Forschung in die Praxis werden die Wissenschaftler von den Transferteams am Transfer Center enaCom und an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn begleitet, die rund um Förderanträge, Finanzierungsfragen, Kooperationen und Patentierungen unterstützen.

Quelle: UKB

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