Interview zu KI mit Dr. med. Fiona Mankertz

RÖKO 2026
Das Interview führten M. Bauer/M. Reiter
Interview mit Dr. med. Fiona Mankertz
© DÄV
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Dr. med. Fiona Mankertz, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, UK Tübingen, gibt einen Überblick über den Stand des KI-Einsatzes in der Radiologie. Einen noch offenen Bereich sieht sie bei der Anwendung der KI im Alltag der MTR.
Transkript zum Video

Interview mit Dr. med. Fiona Mankertz:

Bauer: Frau Mankertz, wo stehen wir generell beim Einsatz von KI in der Radiologie?

Mankertz: Der Einsatz von KI in der Radiologie hat sich in den letzten sechs Jahren existenziell verändert. Die Prophezeiung von Geoffrey Hinton, der uns damals gesagt hat, in vier bis fünf Jahren würden Radiologinnen und Radiologen obsolet sein, ist nicht eingetroffen. Dennoch ist es aber so, dass Schritt für Schritt Systeme... die durch KI gestützt und teilweise vollkommen autonom gesteuert werden, in unsere Radiologie integriert werden. Und damit müssen wir uns anpassen, sonst haben wir tatsächlich einfach die große Gefahr, dass wir überrollt werden. 

Bauer: Welche Nutzenversprechen wurden eingelöst und wie beurteilen Sie die Perspektiven? 

Mankertz: Wir hatten heute in der Zukunftssession der Rockstars of Radiology, die ich mit Professor Susan Shelmerdine aus London gehalten habe, die Zahl, dass 94 Prozent aller Chefärztinnen und Chefärzte, die in der Radiologie in England arbeiten, sagen, sie sehen, dass die KI... ihre Arbeit entweder genau gleich halten wird oder sogar noch die Anzahl an Arbeit, die sie verrichten müssen, erhöhen werden. Nur sechs Prozent haben gesagt, dass die KI ihnen tatsächlich die Arbeit erleichtern wird. Das heißt, die Perspektiven sind doch sehr divergent und die Nutzenversprechen wurden nicht immer alle eingehalten. 

Bauer: Welchen Einsatz wird die KI denn für die Arbeit der Technologen haben? 

Mankertz: Das ist, finde ich, ein essentieller Punkt, der gerade in der KI-Entwicklung oftmals übersehen wird. KI ist nicht nur für uns Radiologinnen und Radiologen, sondern auch für alle Technologen, Technologinnen, für MFAs, für MTRs und sämtliche nicht-ärztlichen Personaler. Das heißt, wir müssen uns auch darauf fokussieren, wo kann KI im Alltag unseren MTRs, unseren MFAs helfen, in welchem Einsatz kann das eingesetzt werden: z.B. in der Triagierung, in der automatischen Kontrastmitteldosisberechnung, gegebenenfalls auch in der Berechnung verschiedener Dosisprotokolle. Da ist KI ein bisher, finde ich, noch nicht erforschtes Feld, das sicherlich unseren MTRs, unseren MFAs eine wirklich gute Grundlage sein kann, wenn wir es stringent umsetzen.


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