Können Tiere bei Diabetes & Co helfen?

One-Health-Studie
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Grönlandhai schwimmt im kalten Wasser.
Grönlandhai kann mehrere 100 Jahre alt werden © dottedyeti/stock.adobe.com
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Ein Forschungsteam hat untersucht, ob Tiere, die in extremen Umgebungen leben, ein Schlüssel für Erkrankungen des Menschen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnten.

Das Forschungsteam nahm in einem Review bereits publizierte Studien zu „extremen Tierarten“ genauer unter die Lupe. Unter Federführung von Peter Stenvinkel vom Karolinska Institute in Stockholm untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die bemerkenswerten metabolischen Anpassungen von Tieren, die in extremen Umgebungen leben. Die Studie liefert Einblicke in ihre Widerstandsfähigkeit, Flexibilität und Krankheitsresistenz. Arten wie Winterschlaf haltende Braunbären, Zugvögel, Höhlenfische, Grönlandhaie und Nacktmulle weisen demnach einzigartige metabolische Eigenschaften auf, die herkömmliche Paradigmen der Stoffwechselregulation in Frage stellen.

Potenzielle Lösungen für Stoffwechselstörungen?

Teils haben die Tiere in der Evolution eine extreme Anpassung erreicht, dazu zählen z.B. die Resistenz gegen Hypoxie (Sauerstoffmangel) und metabolische Alterung. Daraus könnten sich potenzielle Lösungen für Stoffwechselstörungen beim Menschen ergeben, darunter Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erkenntnisse aus der vergleichenden Physiologie, insbesondere über die Mechanismen, mit denen Tiere mit Nahrungsknappheit, extremen Temperaturen und Hypoxie umgehen, könnten dazu beitragen, neue therapeutische Ansatzpunkte für die Förderung der menschlichen Gesundheit zu identifizieren. Dazu Studien-Co-Autorin Johanna Painer-Gigler vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI): „Beispielsweise kann der Winterschlaf als Modell für das Verständnis von Stoffwechselerkrankungen dienen und Einblicke in reversible Insulinresistenz und Energiehomöostase liefern. Auf dieser Basis sind neuartige Behandlungsmethoden von Stoffwechselerkrankungen eine realistische Perspektive.“

Gefährdung durch Klimawandel

Darüber hinaus lasse sich von langlebigen Arten und ihrer Anpassung an Umweltstress auch Einiges zum Thema Altern und Resilienz lernen. Viel wertvolles Wissen schlummert laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der Anpassungsfähigkeit von resilienten Arten an globale Umweltveränderungen. Insgesamt sei die Resilienz dieser Tierarten gegenüber widrigen Umweltbedingungen oft mit einer gesunden Langlebigkeit und einem geringen Krankheitsrisiko verbunden. Allerdings gebe es eine Gefahr, die selbst diese Tiere bedrohen könnte: der Klimawandel. Dieser gefährde laut ihren Erkenntnissen auch das Überleben von Tierarten, die an extremste Umweltbedingungen angepasst sind. „Wir fordern einen ganzheitlichen Ansatz für den Artenschutz und den Umweltschutz, um diese Arten und die wertvollen Erkenntnisse, die sie für die Steuerung unserer Stoffwechselgesundheit bieten, zu erhalten“, betont deshalb Studien-Co-Autorin Szilvia Kalogeropoulu vom FIWI. 

Literatur:
Stenvinkel P, Kotanko P, Painer-Gigler J, et al.: Comparative physiology and biomimetics in metabolic and environmental health: what can we learn from extreme animal phenotypes? Diabetologia, 2026, DOI: https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-025-06611-3

Quelle: Vetmeduni

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