Ein Säugling im Alter von etwa drei Monaten wurde am 24.1. mit Exanthem und Bewusstseinseintrübung im Krankhaus vorstellig. Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, d.h. eine besonders schwere Form des septischen Schocks. Kurze Zeit später war das Kind dann im Krankenhaus verstorben. Es wurden laut Lageso Meningokokken der Serogruppe B im Blut nachgewiesen. Besonders tragisch: In Deutschland empfiehlt die STIKO seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B mit dem Impfstoff Bexsero.
Gefahr der Sepsis
Für das laufende Jahr wurden laut RKI bereits 39 invasive Meningokokken-Erkrankungen für ganz Deutschland erfasst (Stand: 10.2.). Im Gesamtjahr 2025 waren es 318 und 2024 344 Fälle. Invasive Meningokokken-Erkrankungen werden durch Neisseria meningitidis (Meningokokken) verursacht. Das RKI betont, dass invasive Meningokokken-Erkrankungen vor allem als Meningitis und/oder Sepsis verlaufen. Bei zwei Drittel der in Deutschland gemeldeten Erkrankungen werden demnach septische Verläufe erfasst. Bei 10 bis 15 Prozent dieser Fälle kommt es zum Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Dieses ist gekennzeichnet durch Einblutungen in die Nebennieren und eine sehr hohe Letalität von circa 33 Prozent. Das lebensbedrohliche Krankheitsbild kann sich innerhalb weniger Stunden entwickeln. Es können aber auch Pneumonien, Myokarditis, Endokarditis, Perikarditis, Arthritis oder Osteomyelitis auftreten.
Diagnostik ist wichtig
Für die Diagnostik sind vor allem Liquor und Blut von Bedeutung. Bei einem negativen Ergebnis der Anzucht könne eine PCR zum Nachweis der Meningokokken-DNA im Liquor und im Blut (vorzugsweise EDTA-Blut) veranlasst werden, so das RKI. Dies hat den Vorteil, dass auch Serogruppe und Feintyp bestimmbar sind. Dies wird in Deutschland kostenlos vom NRZ für Meningokokken und H. influenzae angeboten.
Quelle: Lageso, RKI
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