Neue Erkenntnisse zur Krankheitslast in Deutschland

Erst Schmerz, dann Alzheimer
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Wie viele Lebensjahre gehen in der Bevölkerung durch Krankheiten, gesundheitliche Einschränkungen und Todesfälle verloren? Das Robert Koch-Institut stellt im Rahmen der nationalen Krankheitslaststudie neue Daten bereit.
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Wie viele Lebensjahre gehen in der Bevölkerung durch Krankheiten, gesundheitliche Einschränkungen und Todesfälle verloren? Das Robert Koch-Institut stellt im Rahmen der nationalen Krankheitslaststudie neue Daten bereit.

„Mit der Berechnung der verlorenen Lebensjahre können Krankheiten verglichen und ihre Auswirkungen auf Bevölkerungsebene abgebildet werden“, erläutert Lars Schaade, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). „Solche Daten sind wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen zu Prävention und Versorgung“, betont der RKI-Präsident.

Für die Analysen verwenden die Forschenden mehrere Indikatoren: Die durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahre (Years Lived with Disability, YLD) stellen in Abhängigkeit von der Erkrankungsschwere den Teil der Zeit dar, der durch Leben mit einer Krankheit als verloren betrachtet werden kann. Für die durch Sterblichkeit verlorenen Lebensjahre (Years of Life Lost, YLL) werden die Häufigkeit der Todesfälle, das Alter, in dem sie auftreten, und die statistische Restlebenserwartung berücksichtigt. Die durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahre und die durch Tod verlorenen Lebensjahre werden in den Disability-Adjusted Life Years (DALY) summiert. Dadurch lässt sich die Krankheitslast in der Bevölkerung durch unterschiedliche Erkrankungen und Todesursachen vergleichen.

Komplexe Auswirkungen

Die Auswirkungen von Erkrankungen und Verletzungen in der Bevölkerung sind komplex. Bei Frauen führen Schmerzen im unteren Rücken, die koronare Herzkrankheit und Kopfschmerzen zu einer hohen Krankheitslast; bei Männern verursacht die koronare Herzkrankheit die höchste Krankheitslast, vor Rückenschmerzen und Lungenkrebs. Während im jüngeren Alter die Schmerzerkrankungen eine hohe Krankheitslast verursachen, führen die koronare Herzkrankheit, Alzheimer- und Demenzerkrankungen die DALY im hohen Alter an.

Getrennt nach Morbidität und Mortalität betrachtet, haben einzelne Krankheiten eine unterschiedliche Bedeutung für die Bevölkerungsgesundheit: Bei den durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahren (YLD) stehen Schmerzen im unteren Rücken an erster Stelle, gefolgt von Kopfschmerzerkrankungen, Angststörungen, Diabetes und depressiven Störungen. Bei den verlorenen Lebensjahren (YLL) steht die koronare Herzkrankheit oben, gefolgt von Lungenkrebs, Schlaganfall, COPD sowie Alzheimer- und Demenzerkrankungen. 

Neuen Daten für die Jahre 2017 bis 2022

Die Trends sind bei den einzelnen Krankheiten unterschiedlich. Bei der koronaren Herzkrankheit ging die Krankheitslast (DALY) zwischen 2017 und 2022 zurück, bei Angststörungen und Stürzen nahm die Krankheitslast zu. 

Die RKI-Forschenden haben die internationale Global-Burden-of-Disease-Methodik an die Datenverfügbarkeit und Anforderungen in Deutschland angepasst. Für YLL werden alle Todesursachen berücksichtigt, die YLD und DALY wurden für eine Auswahl wichtiger Erkrankungen und Verletzungen berechnet. Im Jahr 2021 hatte das RKI erstmals (für 2017) Analysen zur gesundheitlichen Lage anhand der Krankheitslast veröffentlicht. Die neuen Daten liegen für die Jahre 2017 bis 2022 vor.

Weitere Informationen: 
Die Ergebnisse sind auf der Internetseite https://www.daly.rki.devisualisiert und können nach Alter, Geschlecht und Region betrachtet werden. Regionale Ergebnisse stehen für Bundesländer und zum Teil auch für Raumordnungsregionen zur Verfügung.

Quelle: idw

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