Pflegebedürftigkeit: Mehr Prävention und Gesundheitsförderung gefordert

Bericht zu Pflegebedürftigkeit und Einschränkung der funktionalen Gesundheit
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Dieses Bild zeigt eine Person, die mit Hilfe von Unterarmgehstützen geht. Im Hintergrund sind ein Rollstuhl, ein Trampolin und andere Gegenstände zu sehen, die auf eine physiotherapeutische oder rehabilitative Umgebung hinweisen.
© Robert Kneschke/stock.adobe.com
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Fast 13 % der Frauen und rund 8 % der Männer leisten Pflege für An- und Zugehörige. Ein Drittel der Pflegenden gibt an, sich stark oder sehr stark belastet zu fühlen. Das sind neue Ergebnisse aus dem Panel des Robert Koch-Instituts (RKI) 2024, die Forschende in einem Bericht zur Pflegebedürftigkeit veröffentlicht haben.

Für den Bericht wurden aktuelle Erkenntnisse zur Pflegebedürftigkeit und zu Einschränkungen in der funktionalen Gesundheit zusammengestellt. Das Fazit der Forschenden: „Dem (weiteren) Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen sollte durch evidenzbasierte Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung begegnet werden. Dazu gehören auf Basis von Forschungsergebnissen formulierte Maßnahmen der Primärprävention. In den höheren Altersgruppen braucht es zudem Maßnahmen der Sekundär- und Tertiärprävention, die zum längeren Erhalt der selbstständigen Lebensführung beitragen, eine bessere Risikoerkennung bei drohender Pflegebedürftigkeit sowie eine deutlich stärkere Entlastung pflegender An- und Zugehöriger.“

Pflege wird überwiegend von An- und Zugehörigen erbracht. Der demografische Wandel wird, geschätzt auf Basis der derzeitigen Bevölkerungszusammensetzung, zu einem substanziellen Anstieg (geschätzt 30 %) der Pflegebedürftigen führen, während gleichzeitig die Ressourcen in der professionellen Pflege unter Druck geraten.

Der Anteil der Pflegebedürftigen ist seit 1999 kontinuierlich gestiegen

Im Jahr 2023 erhielten 6,8 % der Menschen in Deutschland Leistungen aus der Pflegeversicherung (5,9 % ambulant und 1,0 % stationär). Der Anteil der Pflegebedürftigen ist seit 1999 kontinuierlich gestiegen, was fast ausschließlich den ambulanten Bereich betrifft.

Bei der Entwicklung von Pflegebedürftigkeit kommt es, so die Forschenden, maßgeblich auf die sozialen Rahmenbedingungen an. Soziale Unterstützung (erfahren von 37,3 % der Erwachsenen) kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Vorboten für Pflegebedürftigkeit seien nicht nur Krankheiten, sondern auch funktionale Einschränkungen. Letztere sind in Deutschland weit verbreitet, insbesondere unter Älteren. So berichteten 38 % der Erwachsenen über Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten in den letzten 6 Monaten, 16 % der Erwachsenen über Gedächtnisverschlechterungen. Bei den ab 65-Jährigen leiden 65 % unter Multimorbidität, 23 % gaben an, im letzten Jahr mindestens einmal gestürzt zu sein.

Ansatzpunkte für Prävention

Frauen sowie Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen und mit Migrationsgeschichte sind dem Bericht zufolge signifikant häufiger von gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen betroffen. Physische und psychosoziale Belastungen in Alltag und Beruf, von denen sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind, erhöhen die Risiken für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen und frühe Pflegebedürftigkeit.

Ansatzpunkt für Prävention sind verhaltensbezogene Risikofaktoren für chronische Erkrankungen, die ihrerseits zu Auftreten und Voranschreiten von Pflegebedürftigkeit führen können. Etwa drei Viertel der Älteren bewegen sich nicht ausreichend, essen weniger als die empfohlene Menge an Obst und Gemüse beziehungsweise sind übergewichtig. Der Bericht konstatiert: „Hier ist viel Raum für Ausbau vor allem gesundheitspolitischer und struktureller Maßnahmen“.

Weitere Informationen:
www.rki.de/pflege
Der Bericht ist über www.rki.de/pflegebericht abrufbar.


Quelle: RKI

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