Nach wie vor gehört die Strahlentherapie zu den wichtigsten Behandlungen gegen Krebs. Sie soll die Tumorzellen zerstören, kann dabei aber auch gesundes Gewebe schädigen. Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Johann Matschke vom Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Universitätsklinikum Essen, untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Verbundprojekt MetaC(h)roSS (steht sinngemäß für Metabolismus, Chromatin und Seneszenz nach Strahlentherapie), wie ionisierende Strahlung die innere Organisation von Zellen verändert. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen der Verpackung des Erbguts (Chromatin), der Stoffwechsel der Zellen sowie deren Genregulation. Das Team möchte herausfinden, wie diese Prozesse dazu beitragen, dass Zellen in einen dauerhaften Ruhezustand übergehen. Dieser als Seneszenz bezeichnete Zustand schützt einerseits vor unkontrolliertem Zellwachstum, kann andererseits aber auch die Wirkung einer Strahlentherapie beeinflussen.
Biologische Prozesse besser verstehen
„Unser Ziel ist, die biologischen Prozesse besser zu verstehen, die nach einer Bestrahlung in Tumor- und Normalgewebezellen ablaufen. Langfristig möchten wir neue Ansatzpunkte identifizieren, um Tumoren gezielter für eine Strahlentherapie zu sensibilisieren und gleichzeitig gesundes Gewebe besser zu schützen“, sagt Projektkoordinator PD Dr. Matschke. Die beteiligten Forschungsteams bringen unterschiedliche Fachgebiete zusammen. Während das Essener Team die strahlenbiologischen und stoffwechselbedingten Veränderungen untersucht, analysieren Expertinnen und Experten der Uni Heidelberg die räumliche Organisation des Erbguts. Die Forschenden an der Universität des Saarlandes untersuchen, wie sich diese Veränderungen auf die Aktivität der Gene auswirken. Langfristig sollen die Erkenntnisse von MetaC(h)roSS zu wirksameren und zugleich schonenderen Strahlentherapien beitragen. Der Projekttitel lautet: „Strahleninduzierte Seneszenz und charakteristische Veränderungen in der Chromatinorganisation sowie im epigenetischen und metabolischen System“.
Quelle: idw/UK Essen
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