Die Neurologin Prof. Ulrike Bingel, die Psychologin Prof. Katja Wiech und der Psychologe Prof. Sven Benson – alle von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen/Universitätsmedizin Essen – erklären gemeinsam mit unterschiedlichen Expertinnen und Experten, wie Worte in der Medizin wirken, warum Kommunikation selbst bei bestem Willen manchmal schiefgeht und vor allem, wie sie sich gezielt verbessern lässt.
Jeden dritten Donnerstag im Monat greift der Podcast „Wirkstoff Wort“ typische Situationen aus dem medizinischen Alltag auf: Wie erklärt man Risiken verständlich? Wie hört man zu? Und wie unterstützt man Patientinnen und Patienten in schwierigen Momenten? „Wir zeigen, wie gute Kommunikation in der Medizin gelingen kann – und wie selbst kleine Veränderungen einen großen Unterschied für das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten und ihre Behandlung haben können“, verspricht Psychologin Katja Wiech, Projektleiterin im Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“.
„Gute Kommunikation in der Medizin ist elementar für jede Behandlung"
Die Forschung zeigt: Erwartungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg medizinischer Behandlungen – im positiven wie im negativen Sinne. Positive Erwartungen können Symptome lindern und Therapien wirksamer machen, während negative Erwartungen Beschwerden verstärken, Nebenwirkungen begünstigen und die Wirksamkeit von Medikamenten reduzieren können. Das bedeutet: Vorerfahrungen, Wünsche, Ängste und Erwartungen von Patientinnen und Patienten sollten gezielt berücksichtigt werden. „Patientenorientierte Kommunikation ist ein zentraler Schlüssel, um mit diesen Erwartungseffekten umzugehen“, bestätigt Prof. Sven Benson, denn gerade in einer Zeit, in der medizinische Informationen überall verfügbar sind, werde gute Kommunikation zum entscheidenden Unterschied. Sven Benson ist Psychologe und leitet das Institut für Didaktik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.
„Gute Kommunikation in der Medizin ist keine Nebensache, sondern elementar für jede Behandlung. Deshalb müssen verständliche Gesundheitsinformationen und ein klares Erwartungsmanagement fester Teil jeder Therapie sein“, fordert Prof. Ulrike Bingel, Neurologin, Professorin für Klinische Neurowissenschaften und Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen sowie Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“.
Die Expertinnen und Experten
In der Auftaktfolge sprachen Prof. Wiech, Prof. Bingel und Prof. Benson gemeinsam mit dem Moderator Philipp Blömeke darüber, warum Kommunikation im medizinischen Gespräch so wichtig ist.
In den folgenden Episoden greifen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen typische Situationen aus dem medizinischen Alltag auf. „Wir sprechen mit den Menschen, die Kommunikation in der Medizin heute neu denken – und konkret verändern", erklärt Prof. Wiech.
21.5.: Dr. Regine Heiland (Klinische Psychologin und Psychotherapeutin): Die Kunst des Zuhörens. Wie wird aus Hören ein zugewandtes Zuhören?
18.6.: Dr. med. Anja Bittner (Ärztin, Gründerin von „Was hab ich.de?"): Laienverständliche Sprache. Wie können Patientinnen und Patienten medizinische Befunde leichter verstehen und ihr Mitspracherecht besser nutzen?
16.7.: Prof. Tobias Kube (Klinischer Psychologe und Psychotherapeut): Kommunikation mit Zahlen. Welche Fallstricke gibt es bei der Vermittlung von Risiken, Heilungschancen und Nebenwirkungen?
20.8.: Dr. Jule Frettlöh (Klinische Psychologin und Psychotherapeutin): Kommunikation in herausfordernden Situationen. Zielkonflikte in der Behandlung: Wie lassen sich unterschiedliche Ziele und Erwartungen klären?
Für wen ist der Podcast gemacht?
Der Podcast richtet sich an unter anderem an Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Apothekerinnen und Apotheker sowie Medizinische Fachangestellte – an alle, die Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit begleiten. Aber auch alle anderen, die wissen möchten, was gute Gespräche in der Medizin ausmachen, finden Orientierung und konkrete Ideen.
Warum ein Podcast
„Wirkstoff Wort“ soll sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen – unterwegs, zwischendurch oder einfach dann, wenn es passt. So werden aktuelle Erkenntnisse zur Kommunikation in der Medizin leicht zugänglich und direkt in den medizinischen Alltag übertragbar.
Wer mehr erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Webseite des Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“, in zwei Büchern zum Thema (Dein Körper glaubt Dir alles/herbig Verlag; Der Placebo-Effekt. Wissenswertes für Gesundheitsberufe/Springer Verlag) sowie in Publikationen, die in den Shownotes zur Folge angegeben werden.
Quelle: idw
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